Tellerfedern
- Aufbau und Funktionsweise
Tellerfedern sind konisch geformte, ringförmige Federelemente aus gehärtetem Federstahl (z. B. DIN EN 10132-4), die beim Anziehen der Schraube axial zusammengedrückt werden. Dadurch entsteht eine definierte, elastische Vorspannkraft.
Typisch sind zwei Kontaktzonen:
- innen unter Schraubenkopf oder Mutter
- außen auf der Auflagefläche.
- Wirkprinzipien
Die Tellerfeder speichert beim Anziehen elastische Energie und erzeugt eine hohe Rückstellkraft, die:
- Setzvorgänge,
- Relaxationen und
- thermische Längendehnungen ausgleicht.
- Anwendung
Tellerfedern kommen dort zum Einsatz, wo hohe Vorspannkräfte dauerhaft aufrechterhalten werden müssen – z. B. bei:
- Pressverbindungen, Turbinen, Rohrflanschen
- dynamischer Belastung oder Temperaturwechsel
Nicht geeignet für:- Sicherung gegen selbsttätiges Losdrehen
- weiche Auflageflächen
- elektrische Kontaktverschraubungen gemäß DIN EN 17976
- elektrisch leitende Verbindungen mit isolierenden Schichten
- Vorteile
- Sehr hohe axiale Federkraft
- Kompensation von Setzverlusten und Relaxation
- Anpassbare Kennlinie durch Parallelschaltung
- Hohe Zuverlässigkeit bei dynamischen Lasten
- Lange Lebensdauer bei korrekter Auslegung
- Kompensation von kurzzeitiger Überlast
- Nachteile
- Kein Schutz gegen Losdrehen bei Querbelastung
- Reduzierter Druckkegel, Gefahr lokaler plastischer Verformung
- Konstruktiv aufwendig, insbesondere bei gestapeltem Einsatz
- Korrosionsgefährdet, wenn ungeschützt
- Empfindlich gegenüber Exzentrizität
- Höhere Kosten als Standard-Scheiben
- Normative Einordnung
Tellerfedern unterliegen u. a. folgenden Normen:- DIN EN 16983 (früher DIN 2093) – Maße und technische Anforderungen
- DIN EN ISO 4042 – Korrosionsschutz
- VDI 2230 – Auslegung hochbelasteter Schraubenverbindungen
Diese definieren Toleranzen, Werkstoffe, Härtebereiche und Prüfmethoden. - Konstruktive Hinweise
- Nur auf harten, planen, sauberen Unterlagen einsetzen
- Zentrisch montieren, Exzentrizität vermeiden
- Korrosionsschutz sicherstellen (z. B. Phosphatierung)
- Resthöhe nach Setzprüfung prüfen (DIN EN 16983)
- Federkennlinie berechnen, besonders bei Federpaketen
- Keine alleinige Lösung bei Querbelastung → ggf. kombinieren mit Losdrehsicherung
- Empfehlung
Tellerfedern sind rein mechanisch wirksame Elemente zur Lockerungssicherung. Für Anwendungen mit kombinierten Anforderungen (z. B. gegen Losdrehen, Lockerung, Gleitfestigkeit) sind multifunktionale NSK-Scheiben in den Varianten NSK-L (Stahl) und NSK-N (Edelstahl) eine technisch überlegene Alternative.