NSK-Scheiben
NSK-Scheiben sind einteilige, multifunktionale Schraubensicherungselemente, die kraft- und formschlüssig gegen Lockern und Losdrehen wirken. Sie steigern die elastische Nachgiebigkeit und Gleitfestigkeit, eignen sich bis Festigkeitsklasse 12.9 auch für elektrisch leitende Verbindungen (Erdung & Potentialausgleich) sowie elektrischen Kontaktverschraubungen, erfüllen diverse Normen, wie die DIN EN 17976, DIN 25201, DIN 50343, DIN 267 Teil 26, gelten als Stand der Technik und bieten montagefreundliche, normkonforme sowie kosten- und gewichtseffiziente Lösungen.
Aufbau und Funktionsweise der NSK-Scheiben (Neue Sperrkantscheiben)
- Aufbau
NSK-Scheiben sind einteilige, mechanisch wirksame und multifunktionale Schraubensicherungselemente. Sie sichern Schraubenverbindungen sowohl gegen das Lockern als auch gegen selbsttätiges Losdrehen sichern und steigern zugleich die elastische Nachgiebigkeit, wodurch die Gleitfestigkeit verbessert wird.
Merkmale:
• Einteilige Bauweise
• Multifunktionale Wirkung (Lockerungs- und Losdrehsicherung)
• Erhöhte Federwirkung und elastische Nachgiebigkeit zur Verbesserung der Gleitfestigkeit
• Kosteneffizient gegenüber zweiteiligen Lösungen
• Geeignet für Festigkeitsklassen bis 12.9 sowie für elektrisch leitende Verschraubungen und elektrische Kontaktverschraubungen
• Bei A4-Edelstahl aktuell das einzige Schraubensicherungselement mit einer federnden Wirkung Lösung und definierter Restfederkraft nach DIN 267 Teil 26
- Wirkprinzipien
Die NSK-Scheibe kombiniert:
- kraftschlüssig federnde Wirkung
- formschlüssige Sperrwirkung
Ihre gewölbte Geometrie erzeugt eine hohe Restfederkraft über zwei Kontaktzonen (innen und außen), die während der Montage aktiviert und über einen langen Entlastungsweg aufrechterhalten wird. Diese entspricht den technischen Anforderungen nach DIN 6796 bzw. DIN 267 Teil 26.
Zusätzlich wird bei elektrischen Kontaktverschraubungen:
- Normkonformität nach DIN 267 Teil 26 erreicht
- eine einteilige Bauweise eingesetzt, um Kupferaufwurf und Setzerscheinungen zu vermeiden
- gleichzeitig die Schutzwirkung gegen Losdrehen sichergestellt
Andere Sicherungselemente wie Profilringe, Federringe, Zahnscheiben oder zweiteilige Lösungen, z.B. Federring oder Spannscheiben mit Unterlegscheiben, gelten als nicht mehr Stand der Technik und sind nach DIN EN 17976 ausgeschlossen.
- Anwendungen
Einsatz in mechanischen Schraubenverbindungen bis Festigkeitsklasse 12.9 sowie bei elektrisch leitenden Verbindungen (Potentialausgleich, Erdung) und elektrischen Kontaktverschraubungen.
Typische Branchen:
- Schienenfahrzeuge (z. B. Fahrwerke, Türen)
- Automotive
- Energietechnik und E-Mobilität
- Maschinenbau
- Land- und Baumaschinen
- Aufzugstechnik
Die Deutsche Bahn Systemtechnik empfiehlt explizit die NSK-E-Scheiben für elektrische Kontaktverschraubungen.
- Vorteile der NSK-Scheiben
- Multifunktionale Sicherung gegen Lockern und Losdrehen
- Steigerung der elastischen Nachgiebigkeit und Gleitfestigkeit
- Verwendung bis Festigkeitsklasse 12.9
- Federwirkung auch bei A4-Edelstahl
- Einsetzbar bei Lang- und Sonderlochgeometrien
- Gleichbleibende Reibbeiwerte
- Einteilige, montagefreundliche, risikominimierende Lösung
- Schutzwirkung bei kurzzeitiger Überlast
- Wirtschaftlich und gewichtsreduzierend
- Optimierung der „total costs of material“
- Beitrag zur Reduzierung des Global Footprint
- Normative Einordnung
Anwendbare Normen für NSK-Scheiben:
- DIN EN 17976:2025-03
- DIN EN 50343:2014
- DIN 25201 (alle Teile)
- BN 282 010
- DIN 43673-1:1982
- DIN 46206-2:1971
- DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1)
- DIN EN 61439-1 (VDE 0660-600)
- DIN EN 62561-1:2017
- Potenziale durch NSK-Scheiben
- Funktional: Verbesserung der Sicherungswirkung und der elastischen Nachgiebigkeit
- Nun Kosten- und effizienzseitig: Optimierung durch einteilige Elemente und verringerte Bauteilquerschnitte
- Rechtlich: Anwendung entsprechend dem aktuellen Stand der Technik
- Konstruktive Hinweise
Bei der Montage sind die gängigen Regeln für Schraubenverbindungen nach dem Stand der Technik zu beachten. Die Auswahl muss sich an Schraubenfestigkeitsklasse und Anziehdrehmoment orientieren. Für weitergehende Fragen steht der Hersteller beratend zur Verfügung.
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Elektrische Kontaktverschraubungen
Elektrische Kontaktverschraubungen übertragen Strom über geklemmte Kontaktflächen der Leitermaterialien, nicht über die Schraube. Sie erfordern stabilen Kontaktdruck und minimale Anzahl an Trennfugen. NSK-E/EL-Scheiben bieten elastische Nachgiebigkeit, Losdrehsicherung und normkonforme Sicherheit – ideal für moderne Anwendungen. Siehe auch Fachbericht NSK-E.
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Elektrisch leitende Verbindungen
Elektrisch leitende Schraubenverbindungen sichern niederohmige Stromübertragung bei gleichzeitiger mechanischer Belastbarkeit, auch über isolierende Schichten. Die NSK-K-Kontaktscheibe kombiniert Stromleitung, federnde Wirkung und Losdrehsicherung – ideal für Erdung und Potenzialausgleich. Siehe auch Fachbericht NSK-E.
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Schraubensicherungselemente
Schraubensicherungselemente erweitern Schraubenverbindungen funktional, indem sie allgemeine Aufgaben wie Druckverteilung und Schonung der Gegenlagen, die Kompensation von Lockerungseffekten sowie die Sicherung gegen selbsttätiges Losdrehen übernehmen. Diese Funktionen werden durch unterschiedliche Bauformen realisiert, wobei multifunktionale Elemente wie NSK®-Scheiben alle drei Wirkbereiche in einem einzigen Bauteil vereinen. Besonders bei kurzen Klemmlängen steigern sie die konstruktive Resilienz und gewinnen daher zunehmend an technischer Bedeutung.
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Elastische Nachgiebigkeit
Die elastische Nachgiebigkeit beeinflusst maßgeblich die Vorspannkraft und Gleitfestigkeit von Schraubenverbindungen. Sie wird durch Schraube, Gegenlagen und geeignete Federelemente bestimmt. Spannscheiben nach DIN 6796 oder NSK-Scheiben erhöhen diese Wirkung und mindern Vorspannkraftverluste, besonders bei kurzen Klemmlängen. Nicht geeignete Elemente sind ausgeschlossen; normkonforme Varianten lassen sich per Restfederkraft prüfen. Siehe auch Fachbericht Eisenbahningenieur.
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Gleitfestigkeit
Gleitfestigkeit bezeichnet die maximale Scherkraft, die eine Schraubenverbindung übertragen kann, bevor Bauteile gegeneinander gleiten. Besonders bei kurzen Klemmlängen erhöht der Einsatz federnder Elemente wie Spannscheiben (DIN 6796) oder NSK-Scheiben die Sicherheit gegen Gleiten deutlich. Neben funktionalen Vorteilen unterstützen diese Elemente auch Leichtbauziele und CO₂-Reduktion. Eine Bewertung erfolgt z. B. nach VDI 2230 Blatt 1. Siehe auch Fachbericht Eisenbahningenieur.
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DIN EN 17976
Die DIN EN 17976:2025-03 definiert europaweit neue Standards für Schraubverbindungen in Schienenfahrzeugen und ersetzt dabei die bisherige DIN 25201. Im Fokus steht ein doppelter Sicherungsansatz gegen Lockern und Losdrehen. Veraltete Elemente wie Federringe sind unzulässig. Für elektrische Verschraubungen sind nur einzelne Sicherungselemente erlaubt. Auf Basis der definierten Eigenschaften von Federelementen kann die elastische Nachgiebigkeit und Gleitfestigkeit gesteigert werden. Siehe auch Fachbericht Eisenbahningenieur.
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DIN 25201
Die DIN EN 17976:2025-03 ersetzt die nationale DIN 25201 vollständig und vereinheitlicht konstruktive, sicherheitstechnische und funktionale Anforderungen an Schraubenverbindungen im Schienenfahrzeugbau europaweit. Erstmals werden in der neuen Norm beim Löseprozess neben den bereits detaillierten Forderungen zur Sicherheit gegen selbsttätiges Losdrehen auch konkrete Vorgaben für die Restfederwirkung beim Lockern definiert – zentral für Leichtbau und Betriebssicherheit. Siehe auch Fachbericht Eisenbahningenieur.
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Losdrehen
Das selbsttätige Losdrehen beschreibt eine rotatorische Bewegung von Schraube oder Mutter ohne äußere Drehmomentbelastung infolge des Verlusts von Vorspannkraft und Gleitfestigkeit, wobei ein Lockern vorangegangen ist und dynamische Querkräfte als Auslöser wirken. Der Losdrehmechanismus verläuft in mehreren Phasen – beginnend mit Relativbewegungen und Biegebeanspruchung (Phase 1), über Gewindegleiten und Kopfkippen (Phase 2), bis hin zur Rotation durch gespeicherte Torsion (Phase 3) und schließlich dem vollständigen Losdrehen bei Reibungsverlust (Phase 4). Zur Absicherung sind Sicherungselemente zur Losdrehsicherheit oder multifunktionale Sicherungselemente wie NSK®-Scheiben erforderlich, die neben dem Schutz vor Losdrehen auch die Gleitfestigkeit und Nachgiebigkeit erhöhen und somit insbesondere bei kurzen Klemmlängen die Resilienz insgesamt verbessern.
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Lockern
Zunächst kommt es bei dem Lösemechanismus von Schraubenverbindungen zur Lockerungsphase. Beim Lockern bzw. in der Lockerungsphase von Schraubenverbindungen sinkt die Vorspannkraft durch Setzen, Relaxation und Kriechen. Die Gleitfestigkeit bleibt erhalten, sodass Betriebskräfte weiterhin durch Klemmung übertragen werden. Setzen erfolgt durch plastisches Einebnen rauer Oberflächen direkt nach der Montage. Relaxation und Kriechen führen langfristig zu weiterem Kraftabbau. Schraubenverbindungen könnten durch spezielle Schraubensicherungselementen gegen das Lockern oder durch multifunktionale Schraubensicherungselemente gesichert werden.
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DIN 6796
DIN 6796 beschreibt Spannscheiben als kraftschlüssige Federelemente für Schrauben der Festigkeitsklassen 8.8 bis 10.9. Sie kompensieren Setzvorgänge durch elastische Rückstellkraft, sichern jedoch nicht gegen Losdrehen bei Querbelastung und sind nur für axial belastete Verbindungen geeignet.
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Zahnscheiben (DIN 6797, DIN 6906)
Zahnscheiben nach DIN 6797/6906 bieten weder ausreichende Federkraft noch normgerechte Sicherungswirkung gegen selbsttätiges Losdrehen. Die geforderte Restfederkraft gemäß DIN 267-26 wird nicht erreicht. Ihr Einsatz ist auf Schrauben ≤ 5.8 beschränkt, für elektrische Verbindungen sind sie ungeeignet. Die Normen wurden 2004 zurückgezogen. Wegen möglicher Oberflächenschäden und Placeboeffekten sind moderne, normkonforme Sicherungselemente wie NSK-Scheiben zu bevorzugen.
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Profilringe
Profilringe (Sperrkantringe) sind aus profiliertem Draht gefertigte Schraubensicherungselemente mit begrenzter Wirksamkeit gegen selbsttätiges Lösen. Eine wirksame Sicherungsfunktion nach aktuellem Stand der Technik (DIN EN 17976) ist nicht gegeben. Die notwendige Restfederkraft gemäß DIN 267-26 wird nicht erreicht, weshalb sie als ungeeignet gelten. Der Einsatz mit Unterlegscheiben, führt zu zusätzlichen Setzerscheinungen. Moderne Alternativen wie NSK-Scheiben sind technisch überlegen und normgerecht.
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Federringe gemäß DIN 127, 128, 6905 und 7980
Federringe gemäß DIN 127, 128, 6905 und 7980 verhindern das selbsttätige Lösen von Schraubenverbindungen nur unzureichend und gelten nach heutiger Normung als technisch ungeeignet. Die geforderte Restfederkraft nach DIN 267-26 wird nicht erreicht, was zu Placeboeffekten, unsicherer Vorspannung und Oberflächenschäden führen kann. Ihr Einsatz ist normativ nicht mehr zulässig. Empfohlen wird der Ersatz durch moderne Sicherungselemente wie die NSK-Scheibe.
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Sonderlochgeometrien
Verschraubungen mit Sonderlochgeometrien verändern durch ihre segmentierte Auflagefläche das mechanische Verhalten der Verbindung erheblich, indem sie Flächenpressung, Druckverlauf und elastische Nachgiebigkeit negativ beeinflussen und gleichzeitig Setz-, Kriech- und Losdreheffekte begünstigen. Besonders kritisch sind Kerbwirkungen an den Lochflanken sowie das Fehlen einer seitlichen Schraubenführung, weshalb die Beurteilung zusätzlicher Einflussgrößen wie Kontaktfläche, Durchbiegung und Losdrehsicherheit erforderlich ist. Da keine normativen Vorgaben existieren, sind geprüfte Sicherungselemente wie NSK L, NSK B und NSK EL für mechanische bzw. elektrische Anwendungen empfehlenswert.
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Reibungskoeffizient (Reibbeiwert)
Reibung in Schraubenverbindungen entsteht an Gewinde- und Kopfkontaktflächen und beeinflusst durch ihren Reibungskoeffizienten maßgeblich die erreichbare Vorspannkraft. Eine gezielte Reibwertsteuerung mit definierten Reibbeiwertfenstern sowie geeigneten Schraubensicherungselementen wie NSK®- oder Keilscheiben ist essenziell zur Sicherstellung der Montagequalität und Betriebssicherheit. Reibbeiwerte unter 0,05 sind kritisch, da sie die Selbsthemmung aufheben und ein selbsttätiges Lösen der Verbindung begünstigen können, weshalb Elemente mit undefiniertem Reibverhalten zu vermeiden sind.
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